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Stürmisches Abenteuer mit gutem Ausgang Pipitas Missgeschick

Pipita hat ihr kleines Abenteuer gut überstanden und ist wohlauf.
Pipita hat ihr kleines Abenteuer gut überstanden und ist wohlauf. Foto: © Tierrettung München e.V.

von: Elisabeth Wagmeister
Tierärztin bei der Tierrettung München

Rettungseinsätze –

Als Katzenbesitzerin Caroline von Béry plötzlich laute Geräusche aus dem Nebenzimmer hörte – Poltern, Klirren und ein lautes Rumpeln – wusste sie sofort, dass etwas passiert war. Was sie im Nebenzimmer vorfand, ließ ihr kurz das Herz stehen bleiben: umgeworfene Gegenstände, Scherben auf dem Boden, Blutspritzer am Fenster und Blutspuren am Boden. Und mittendrin Pipita, ihre treue Begleiterin, eine 16-jährige Katze.

Sie hatte sich offenbar verletzt. Anscheinend hat sie beim Sprung die großen Lautsprecherboxen umgestoßen und dabei eine Glasplatte zerbrochen. Frau von Béry fiel bei Pipita eine stark blutende Wunde am Auge auf. Als auch nach einiger Zeit die Blutung nicht zum Stillstand kam, rief Frau von Béry die Tierrettung München zu Hilfe. Ich machte mich mit einer Assistentin umgehend auf den Weg, um Pipita zu versorgen.

Obwohl die Katze normalerweise wenig Begeisterung für tierärztliche Untersuchungen zeigt, ließ sie die erste Begutachtung erstaunlich gut über sich ergehen – vielleicht spürte sie, dass man ihr helfen wollte. Am oberen Augenlid der Katze war eine keilförmige Verletzung zu erkennen. Um Pipita unnötigen Stress zu ersparen und um eine gründliche Untersuchung des Auges durchführen zu können, wurde sie sanft sediert. 

Zum Glück waren alle weiteren Befunde unauffällig, und es konnten tiefere Verletzungen des Auges ausgeschlossen werden. Auch das dritte Augenlid wurde vorsichtig vorverlagert und inspiziert, um sicherzugehen, dass sich kein Fremdkörper oder Splitter dahinter versteckte. Ein Fluoreszin-Test, der mögliche Hornhautverletzungen sichtbar macht, ergab ebenfalls keine weiteren Schäden am Auge. Wir führten eine sorgfältige Wundversorgung an der klaffenden, keilförmigen Verletzung am oberen Augenlid durch, um die Heilung optimal zu unterstützen. Als Pipita noch etwas schläfrig war, inspizierten wir nochmal gründlich den ganzen Körper, um mögliche weitere Verletzungen durch die Scherben oder den Sturz auszuschließen.

Nach der Behandlung durfte Pipita in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Die Blutung hat aufgehört, und die tapfere Pipita scheint ihr Abenteuer gut überstanden zu haben. Zur Sicherheit hat Frau von Béry einen Halskragen parat – falls Pipita doch auf die Idee kommen sollte, an der Wunde zu kratzen und war sehr glücklich und dankbar über den Einsatz der Tierrettung München.

 

Elisabeth Wagmeister
Tierärztin bei der Tierrettung München